Erfolgsgeschichten 2018-05-08T03:29:16+02:00

Erfolgsgeschichten

Hier finden Sie Erfolgsgeschichten, die zeigen, wie wichtig unsere Arbeit für Mensch und Tier ist.

Freundschaft mit Moritz

Ein Erlebnis bei der Tiertherapie ist das Wiedersehen mit dem Esel Moritz. Die Klientin sitzt im Rollstuhl und nimmt mit den Sinnen Hören und Sehen ihre Umgebung wahr . . .

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Stern-Zeit

Das ist die Geschichte des Pferdes Stern und einer Frau, die aus einer Vielzahl unterschiedlichster Therapietiere für viele schöne Momente zueinander gefunden haben . . .

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Besondere Begegnungen

Der Klient ist ein großgewachsener schlanker Jugendlicher. Bei seiner Geburt kam es zu Komplikationen, so dass sein Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde . . .

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Erholsames Zusammentreffen

Schweine sind sehr unterschätzte Tiere. Das finden die drei Brüder, die regelmäßig auf „Schweinsbesuch“ kommen. Von außen betrachtet: Die Schweine tun Ihnen „sau“ gut und . . .

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Freundschaft mit Moritz

Ein Erlebnis bei der Tiertherapie ist das Wiedersehen mit dem Esel Moritz.
Unsere Tochter sitzt im Rollstuhl und nimmt mit den Sinnen Hören und Sehen ihre Umgebung wahr. Schon wenn wir das Gelände der Tiertherapie betreten sind die Sinne geschärft. Das große Zelt mit den bunten Farben, sowie die Tiere mit ihren verschiedenen Gerüchen und Lauten lassen sie ganz aufmerksam werden. Dann kommt der Esel Moritz aus dem Stall. Das Mädchen hält inne, sie hat ihn wiedererkannt, denn er ist schwarz und kommt ganz nah zu ihr heran. Der Kopf ist riesig und die Haare der Nüstern kitzeln an ihre Wange. Ein kleines Schnaufen von Moritz und sie freut sich, lacht und zeigt ihre Freude durch Spannung des ganzen Körpers. Moritz stupst unsere Tochter am Arm und sucht in der Jacke etwas zum Knabbern. Er ist nicht gerade zart und wühlt fast energisch in der Jacke. Sie mag das und lässt es zu. Sie lacht herzhaft und sieht Moritz aufmerksam an. Nachdem Moritz ein Stück Möhre in der Jacke gefunden hat, kaut er laut und genießt es. Unsere Tochter schaut und hört fasziniert zu und lautiert in verschiedenen Tönen. Danach trottet Moritz davon und sie verfolgt ihn mit den Augen und „ruft“ ihm hinterher. Jeder Tag bei der Tiertherapie ist spannend und aufregend. Wir sind immer wieder überrascht von der Nachhaltigkeit der Therapie in Sachen wie Aufmerksamkeit, Kommunikation und Kontaktfreudigkeit unserer Tochter. Selbst die Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter an ihrer Schule, fällt nach unserer Kurzeittherapie auf, dass sie kommunikativer ist. Da wir mehrere Jahre schon zur Tiertherapie fahren, erkennen uns die Tiere und wir freuen uns auf sie. Für unsere Tochter ist jedes Mal die Neugier auf die Tiere der Antrieb für neue Herausforderungen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in diesem Jahr und nehmen dem Esel Moritz eine extra große Möhre mit, damit er recht lange Knabbern und Schmatzen kann.

Stern–Zeit

Das ist die Geschichte eines Pferdes und einer Frau, die aus einer Vielzahl unterschiedlichster Therapietiere zueinander gefunden haben.

Ich habe mir in Ruhe einen Überblick verschaffen und mir mein Begleittier aussuchen dürfen. Dabei wurde ich von einer freundlichen Fachkraft für tiergestütztes Coaching begleitet, die mich seitdem auf meinem tiertherapeutischen Weg unerschrocken und empathisch betreut. Viele Tiere haben mich sehr angesprochen, etwas Positives in mir ausgelöst. Aber schließlich fiel meine Wahl auf Stern.

Stern ist ein Pferd mit schwarz-kastanienbraun schimmerndem Fell. Ein mittelgroßer Kaltblüter, ein Noriker, gerettet vor dem Schlachthof. Sein Leben hätte vorbei sein sollen, ehe es richtig begann, weil er nicht den Zuchtrichtlinien entsprach.

Ich bin eine mittelalte Frau. Mein Leben wurde mir so sehr durchkreuzt, dass ich mittlerweile berentet bin, lange vor der Zeit. Ich wurde in meiner Familie missbraucht, war noch klein, als es begann. Es gehörte dazu wie Zähneputzen, Schule, Freizeitaktivitäten. Ich wurde damit groß, ging aus dem Haus, habe funktioniert. Ständige Begleiter: chronische Schmerzen, Schlaflosigkeit, Alpträume, Erschöpfung. Eine tiefe, unerklärbare Trauer; ein Leben wie hinter einer Glasscheibe.

Das menschliche Gehirn ist in einigen Extremsituationen so gnädig, lebensbedrohliche Dinge, die uns widerfahren, woanders abzuspeichern als „normale“ Erinnerungen. Zwei Nachteile: es gibt sie nicht so leicht wieder her, und wenn, dann lawinenartig und unkontrollierbar als blitzschnelle Reaktion auf manche äußeren Eindrücke und Reize. Locker an Verstand und Willen vorbei. Zweitens entwickelt es einen Lernprozess aus dem Erlebten und lässt uns hochleistungswachsam, schreckhaft zurück. Das zermürbt den, dem es dauernd passiert und irritiert die Außenwelt massiv.

Ich habe auf meinem Weg bis heute insgesamt ein Lebensjahr in diversen Kliniken verbracht und mindestens 15 Therapeuten zerschlissen. Ich wurde erfolglos durch alle Psychopharmaka-Klassen durchmedikamentiert. Daneben habe ich unzählige Fachbücher gelesen, Seelsorge in Anspruch genommen und meine Ressourcen gestärkt. Trotzdem bin ich von einem lebenswerten Leben Lichtjahre entfernt. Mein einstmals großer Freundeskreis ist zusammengeschrumpft auf nahe Null. Sie können nicht mit mir mitgehen. Ich werde den Anforderungen nicht gerecht und schaffe es nicht, ein „normales“ Leben zu führen, so sehr ich es auch will und mich anstrenge. Es ist schwer zu vermitteln, wie unerträglich dieses Leben manchmal ist. Es gibt viel zu viele Menschen wie mich. Unsere Biografien mögen sich in den Details unterscheiden, aber nicht wesentlich in den Auswirkungen auf unser Leben.

Da kommt Stern ins Spiel. Er sieht nicht, ob ich „normal“ bin oder nicht. Er wird mir wissentlich keine Gewalt antun. Er wird nicht darüber nachdenken, ob er mir schaden kann. Er würde mich weder hintergehen noch über mich herziehen. Er ist nicht beleidigt, wenn ich mich nicht verhalte wie erwartet und wendet sich nicht von mir ab. Ich habe das Gefühl, er freut sich, dass ich da bin.

Er spürt unmittelbar, was mir hier und jetzt gerade fehlt, auf einer anderen Ebene als ein Mensch. Er spricht Bereiche in mir an, die in dieser Art so noch nicht angesprochen wurden. Ich darf bei ihm authentisch sein, mit allem Belastenden, was ich mitbringe. Was weder Medikamente noch Therapien aller Schattierung zu schaffen vermochten, schafft Stern mit einem unvermuteten kräftigen Schubs mit seinem Kopf: ich erschrecke nicht, schon das ist ein kleines Wunder, nein, ich lache mich kaputt.

Er ist lammfromm, wenn ich ihn striegele, er steht wie ein Monument, wenn ich mich auf seinen mächtigen Rücken wage. Leichtes Schwanken löst Panik aus, das scheint er irgendwie zu wissen. Er trägt mich einfach. Bei ihm darf ich erleben, dass es sanfte Riesen gibt. Er ist so groß, dass ich mich beschützt fühle. Und er kann bei all seiner Freude am Stupsen auch unerwartet sanft sein. Warmer Sommerwind löst bei mir unmittelbar Erinnerungen aus. Er spürt das, schnaubt leise, damit ich mich nicht erschrecke und berührt mit seiner samtweichen Nase meinem Arm. Das holt mich wieder zurück.

Meine Stern – Zeit ist eine echte Bereicherung. Ich bekomme von beiden positives Feedback, von meiner menschlichen Begleiterin ebenso wie von Stern. Dafür bin ich dankbar. Es sind so viele gute Erfahrungen, die ich machen darf, ganz ohne Erfolgsdruck. Alles, worum es geht, ist die gute Zeit an einem guten Ort, die wir miteinander haben.

Besondere Begegnungen

Der Klient ist ein großgewachsener schlanker Jugendlicher. Bei seiner Geburt kam es zu Komplikationen, sodass sein Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde. Dies hatte fatale Folgen für ihn. Er ist blind, geistig behindert, verfügt über keinen aktiven Sprachschatz und kann sich nicht selbstständig bewegen. Er sitzt in einem großen Rollstuhl, in dem er fixiert werden muss, da er sich ansonsten darin nicht aufrecht halten kann. Außerdem ist er nicht in der Lage, seine Arme und Hände koordiniert zu bewegen. Sein ganzer Körper befindet sich aufgrund einer starken Spastik ständig in totaler Anspannung. Trotz dieser schweren Beeinträchtigungen ist er ein stets fröhlicher und aufgeschlossener Jugendlicher, der sich allen Menschen, die sich ihm zuwenden, voller Vertrauen begegnet und sich auf jedes Angebot einlässt. Er hat eine unglaublich positive Ausstrahlung und erfreut sich großer Beliebtheit. In seiner Gegenwart fühlt man sich einfach wohl. Dies scheint nicht nur seinen Mitmenschen so zu gehen, sondern auch den Tieren, denn auch sie suchen seine Nähe. Sobald sein großer Rollstuhl in die Nähe des Geheges für die Kleintiere gestellt wird, flattern die Hühner zu ihm und setzen sich entweder auf seine Fußstütze, auf den Rollitisch oder gar auf die Rückenlehne. Zunächst schien dies nur rein zufällig zu geschehen, aber dann fiel uns auf, dass sich dieses Phänomen wöchentlich wiederholte. Die Hühner suchten aktiv seine Nähe und er strahlte über das ganze Gesicht. Auf beiden Seiten trat totale Entspannung ein. Aber nicht nur die Hühner, auch andere Tiere fühlen sich bei ihm bestens aufgehoben. Er kann sie weder streicheln, noch füttern, sondern er bewegt sich, wenn überhaupt, eher unkoordiniert. Und dennoch zeigt jedes Tier, dass ihm auf den Bauch gesetzt wird, nach kürzester Zeit ein Höchstmaß an Komfortverhalten. Sie liegen auf seinem Bauch und sind völlig entspannt. Aber nicht nur die Tiere, auch die Gesichtszüge des Klienten entspannen sich, sein Muskeltonus verringert sich und es ist mehr als offensichtlich, dass er und die Tiere in diesen Momenten in tiefer Verbundenheit ihre Zeit miteinander genießen.

Erholsames Zusammentreffen

Schweine sind sehr unterschätzte Tiere. Das finden die drei Brüder, die regelmäßig auf „Schweinsbesuch“ kommen. Von außen betrachtet: Die Schweine tun Ihnen „sau“ gut und motivieren zu unendlicher Lebensfreude! Die drei haben berichtet, was genau an den Schweinen so wohltuend ist und warum sie keinen Termin verpassen wollen! Mit einem niedlichen Grunzen zur Begrüßung und freudig wedelndem Schwanz, eroberten die beiden die Herzen der Familie schon beim ersten Treffen. Die Jungs sind begeistert von der Kommunikation mit den Schweinen, denn es ist beinahe so, als würde man sich „menschlich“ mit ihnen unterhalten können. Sie zeigen durch ihre Laute sehr deutlich, was sie mögen und was ihnen nicht gefällt. Diese direkten Rückmeldungen sind für die Jungs im Alter zwischen 9 – 16 Jahren nicht immer einfach zu akzeptieren, denn die Tiere haben einen eigenen Willen und möchten, genau wie die Jungs, mit ihren Bedürfnissen gesehen und beachtet werden. In der Regel sind alle drei sehr einfühlsam und lernten adäquat auf die Grunzlaute zu reagieren. Nun, nach einigen Wochen, wo „man“ sich kennt, können auch kleine Aufgaben gemeinsam bewältigt werden, worauf am Ende nicht nur die Schweine mit der Belohnung im Maul stolz sind! Sowohl Billy als auch Elli hören mittlerweile gut auf die Jungs und antworten auch zuverlässig grunzend. Dennoch hat jeder der drei seine eigene Art mit den Schweinen umzugehen und das wiederum erkennen und akzeptieren die Schweine. Es ist wie in einer Familie. Jeder weiß um die Art des anderen und stellt sich darauf ein. In einer solchen Situation, ob mit Mensch oder Tier, kann man ankommen und sich Zuhause fühlen. So ähnlich beschreiben es zumindest die Jungs, „mit Schweinen kann man Spaß haben, von ihnen lernen und so sein, wie man eben gerade ist“. Wenn man ihnen dann noch etwas Leckeres zu naschen anbietet, kommen die beiden so schnell sie können schwanzwedelnd „angewackelt“ und sind zufriedenschmatzend bereit für Neues! Die eingespielten Szenen von Begrüßung bis Abschied zu erleben, sich auf die Schweine und ihre positive Stimmung verlassen zu können, ist jedes Mal aufs Neue erfrischend und erheiternd für die Klienten. Nur zu oft erkennen sie aber auch sich selbst im Verhalten der zwei Schweinepersönlichkeiten wieder. Der jüngste der drei Brüder immer aktiv und verspielt, sein größerer Bruder stets bereit für den nächsten Snack und der älteste, mit ausgleichender Ruhe immer an ihrer Seite. Wenn die neugierigen Schweine allerdings auffordernd ihre Schnauze in die Luft strecken und die Klienten anstupsen, sind die drei gleichermaßen begeistert und quicken fröhlicher als es die Schweine je könnten! Ab und zu weisen die Schweine auch auf sehr konkrete Bedürfnisse hin, wie zum Beispiel noch mehr zu Naschen oder noch lieber Streichel-/Krauleinheiten. Besonders Billy wirft sich gern auf Seite und streckt alle Viere von sich, um am ganzen Bauch gekrault werden zu können, erhören die Jungs seine Aufforderung, grunzt er dankend in bester „Billy Manier“. Diese Situation ist dann für Mensch und Tier so entspannend, dass Billy manchmal die Augen zu fallen und die Jungs sich beinahe daneben kuscheln. Als Resümee geben die Brüder zum Besten, dass das Zusammentreffen mit so besonderen Tieren einfach immer wieder ein wunderschönes Erlebnis ist und bei allen dreien für viel Freude, Entspannung und Stimmungserhellung sorgt – und dies schon seit über 8 Monaten!

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